34 Attraktionen auf der Schwäbischen Alb

Balingen – Venezianisch heiter

Klein-Venedig gibt es in manchen Städten, so auch in Balingen. Um es kennenzulernen, bedarf es allerdings keiner Gondeln. Spazieren Sie einfach an der Eyach entlang. Sie erleben eine südländisch-heitere Stadtlandschaft am Fluss: mit alten Mühlen, dem interessanten Gerberhaus mit Stadtmauer, Wasserturm und Mühlkanal.

Mittelpunkt dieses eben doch deutschen Architekturbildes ist das Balinger Zollernschloß. Hier saßen einst die gestrengen Vögte der Zollerngrafen. Heute können Sie unbekümmert eintreten: Das Balinger Zollernschloß beherbergt inzwischen das Heimatmuseum der Stadt und das Waagen- und Gewichtemuseum. Die Sammlung der Gewichte ist einmalig.

Nach dem Besuch verstehen Sie das Sprichwort, man möge nicht alles auf die Goldwaage legen. Diese funktioniert nämlich so genau, dass selbst die kleinste Kleinigkeit ‚ausschlägt‘. Vielleicht gibt das ja den Ausschlag für Ihren Besuch.

Balingen

Balingen-Engstlatt – Wo die Alb voller Alpen ist

Balingen Engstlatt

Zu den Alpen ist der Weg kürzer als Sie denken. Zweigen Sie von der B27 in Balingen-Engstlatt ab und nach drei Kilometern sind sie schon drin.

Natürlich sind es nur die Alpen en miniature, aber sie wirken so echt wie die großen.

Vielleicht liegt es daran, dass Georg Jetter, der die Alpen auf der Alb erbaute, vorher alle Gipfel bestiegen hat – in natura wohlgemerkt: Nebelhorn und Zugspitze, Eiger, Mönch und Jungfrau, Matterhorn und die Drei Zinnen.

Übrigens: Die Alpen können Sie das ganze Jahr hindurch besuchen und zwar täglich von 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit.

Aber auch St. Bartholomä finden Sie hier und Neuschwanstein „liegt gleich um die Ecke“. Zwischen Schloß und Schroffen spiegeln sich kleine Bergseen, in denen im Sommer Hunderte von Seerosen blühen – Alpen-Seerosen sozusagen – und nun wieder im Normalformat.

Hechingen-Stein – Bei den „schwäbischen“ Römern

Einer der größten und besterhaltenen römischen Gutshöfe im Lande Baden-Württemberg wurde hier in Hechingen-Stein 1978/79 ausgegraben – direkt neben dem Zubringer zur Autobahn Singen-Stuttgart.

Da staunt der Germane: Als er und seinesgleichen noch auf dem Bärenfell lagen und Met tranken, da hatten die ‚schwäbischen‘ Römer doch schon Kalt- und Warmbäder, Sensen und Sicheln, Kellen und Messer, Kleingeld und Geschirr, sowie Würfelspiel und Schreibgriffel. Das wurde innerhalb der freigelegten Fundamente des zwischen 86 und 233 nach Christus bewohnten Gutshofes gefunden und ausgegraben.

Sie sollten in der Villa rustica von Mai bis Oktober mal vorbeischauen – Führungen nur nach Voranmeldung. Anschließend empfiehlt sich südlich der Ausgrabungsstätte ein hübscher Rundeweg.

Hechingen Stein

Da treffen Sie auf eine Eiche, die ist noch älter – 2000 Jahre nämlich. Und (garantiert) deutsch!

Hechingen – Preußens Gloria

Hechingen

Dass die Hohenzollern ein hochgeborenes Geschlecht sind, merkt man (spätestens) beim Besuch ihrer Stammburg: Vom Parkplatz muss man zwischen 15 und 20 Minuten stramm bergauf marschieren. Es sei denn, man nimmt den Kleinbus. Der Zugang zur Burg ist noch immer wehrhaft: Basteien, Tunnel, Tore. Die jetzige Anlage ist die dritte an dieser Stelle.

Die erste entstand im 11. Jahrhundert, die zweite „mittendrin“, die letzte ist noch keine 150 Jahre alt. Dennoch steckt sie voller Geschichte – wie sie von den aus Württemberg stammenden Hohenzollern geschrieben wurde. Ein Rundgang zeigt Ihnen Preußens Gloria.

Vor allem an den Alten Fritz erinnert vieles: z.B. sein Uniformrock, zwei seiner Flöten und die berühmte Schnupftabakdose, an der bei Kunersdorf eine Flintenkugel abprallte. Von der Burgschenke aus haben Sie auch das Umland im Blick – wobei sich Höhenlage und Preislage deutlich unterscheiden.

Onstmettingen – Alles auf einen Blick

Das Wandergebiet um den Raichberg gehört zum Schönsten, was die Alb zu bieten hat: Rundsicht, Weitblick, Einkehr. Die Straße ist ab Onstmettingen gut beschildert. Auf knapp 950 m über dem Meeresspiegel liegt das 1928 erbaute Nägelehaus des Schwäbischen Albvereins – nach Professor Nägele, einem der Vereinsgründer, benannt. Von hier aus steigt man in einer Minute zum Aussichtsturm auf (im Nägelehaus nach dem Schlüssel fragen!).

Alles breitet sich vor Ihnen aus: die ganze Alb, der Schwarzwald vom Feldberg bis zur Badener Höhe, die Alpen von der Zugspitze bis ins Berner Oberland. Eine Tafel hilft die Gipfel orten. Nebenan funkt der Südwestfunk vom hohen Mast.

Fünf Wanderwegen stehen Ihnen offen. Wählen Sie nach Lust und Schuhwerk. Empfehlenswert ist die Tour zum Hangenden Stein (923 m hoch), einem Felsmassiv über dem Killertal. Vorsicht bei Heißhunger am Montag und am Dienstag: Das Restaurant des Nägelehauses lässt Sie an diesen Tagen glatt hungern.

Onstmettingen

Albstadt-Lautlingen – Musikalische Adresse

Schloss Lautlingen gehörte vor kurzem noch den Stauffenbergern, jenem Geschlecht, dem Claus Graf Schenk von Stauffenberg entstammte: Am 20. Juli 1944 hatte er das Schicksal Deutschlands wenden wollen. In der Kapelle erinnert eine Gedenkstätte mit einer Bronzefigur von Prof. Gerhard Marcks an ihn und seinen Bruder Berthold.

Albstadt Lautlingen

Jetzt ist im Lautlinger Schloss die Musikhistorische Sammlung Jehle aufgebaut. Sie zeigt Musikinstrumente aus vielen Jahrhunderten und aus aller Welt. Das Instrumentarium beginnt beim Bambusrohr mit unterlegter Saite und endet beim Flügel, der sich in einem Schrank verstauen lässt.

Kostbarkeiten sind eine Drehleier von 1650 und eines der schönsten Clavichorde der Bachzeit. Klavier- und Gegenliebhaber erwartet eine weitere Überraschung: Im Festsaal des Schlosses finden ganzjährig die vielbeachteten ‚Lautlinger Schlosskonzerte‘ statt. Beim Kur- und Verkehrsamt erhalten Sie Programme und Karten für unvergessliche Musikstunden.

Albstatt – Albstatt anstatt

Sie sind noch unentschlossen? Reizt Sie alles und nichts? Dann fahren Sie erst einmal los: Richtung Albstadt. Die Stadt selbst, im Herzen der Schwäbischen Alb gelegen, ist auf Ihren Besuch vorbereitet.

Mit Kunstsammlungen in der Städtischen Galerie, Freizeit- und Erholungsanlagen, wie z.B. dem Badezentrum ‚badkap‘ (Wellenbad, Grotte, Sauna und Freiluftbad), mit einer Sammlung musikhistorischer Instrumente im Schloss der Grafen von Stauffenberg und mit einer Umgebung, die zum Namen passt, eben zur Stadt in der Alb.

Albstatt

Folgen Sie ab Ebingen den Hinweisschildern, so kommen Sie ins Freizeitzentrum Waldheim. Hier beginnt, gleich hinter dem großen Parkplatz, der Waldlehrpfad, der außer Wald und Lehre noch andere Abwechslungen bietet. Der 3,2 km lange Rundweg mit den 30 gescheiten Tafeln führt vorbei am Wildpark zum Schlossfelsenturm mit schöner Aussicht. Doch dann ist noch längst nicht Schluss: 100 weitere Wanderkilometer warten noch auf Sie.

Sonnenbühl-Erpfingen – Jeder Meter ein Vergnügen

Sind Sie ein unentdecktes Bobtalent? Sie können leicht die Antwort geben – mitten im Sommer. ‚Ihre‘ Bahn wartet in Sonnenbühl-Erpfingen, und zwar täglich (März bis November) von 10 bis 18 Uhr. Folgen Sie einfach den Schildern. Ob Einer- oder Zweierbob – Sie werden zunächst samt Schlitten die Bahn hinaufgezogen, und zwar mit dem Rücken zum Berg. Das gibt Ihnen den Blick ins freie Tal. Und fürs Ziel.

Sonnenbuehl Erpfingen

Dann folgt das 500 Meter lange Vergnügen: Auf Süddeutschlands längster Edelstahl-Bobbahn sausen Sie mit Ihrem Schlitten zu Tal und überwinden dabei 100 m Höhenunterschied. Gerade, Kurve, Gerade. Die Geschwindigkeit bestimmen Sie selbst, denn Ihr Bob hat eine Bremse.

In wechselnden Tempi geht es also durch saftige Wiesen, deren Blütenfülle beweist, dass hier keine Hand zum Pflücken frei ist. Fahren Sie öfter, trainieren Sie fleißig und machen Sie sich ‚winterfest‘. Denn wenn hier der Skilift (mit Flutlicht) läuft, müssen Sie zum Bobfahren nach St. Moritz.

Sonnenbühl-Erpfingen – Fledermaus als Wegweiser

Die Entdeckung der Bärenhöhle von Sonnenbühl-Erpfingen verdanken wir einer Fledermaus. 1949 flog sie vor den Augen des Malermeisters Karl Bez von der schon damals erschlossenen Karlshöhle in eine bis dahin unentdeckte Öffnung. Bez und weitere sechs neugierige Begleiter folgten ihr und fanden die Bärenhöhle. Was sie dort sahen, beschrieben die 7 Amateur-Höhlenforscher als „unbeschreiblich“!

Inzwischen ist die Bärenhöhle voll erforscht und voll erschlossen. Hunderttausende haben sie besucht und eine phantastische Welt erlebt – mit mächtigen Tropfsteingebilden, steinernen Vorhängen mit versinterten Wasserfällen und mehr von Höhlenbären als in jeder anderen bisher bekannten Höhle.

Hier wurden Bären geboren, hier wohnten sie, hier starben sie. Die gefundenen Skelette stammen von Tieren aller Altersstufen – vom Bären-Baby bis zum Bären-Greis. Wann das war? Gar nicht so lange her: vor rund 20.000 Jahren.

Sonnenbuehl

Sonnenbühl-Erpfingen – Besuch im ‚Traumland‘

Sonnenbuehl Traumland

In unmittelbarer Nähe zur Bärenhöhle liegt ein Paradies für Kinder: das ‚Traumland auf der Bärenhöhle‘. Es ist für Sie von Ostern bis Oktober täglich geöffnet und wartet mit vielen Sensationen auf.

Lassen Sie sich von den zahlreichen Märchenfiguren verzaubern: Die einzelnen Personen bewegen sich nämlich und sprechen zu Ihnen – ganz wie im Märchen. Vielleicht betrachten Sie das Traumland auch aus luftiger Höhe – von einer Gondel im Riesenrad aus. Aufregend ist eine Fahrt mit Oldtimer und Eisenbahn oder ein Besuch auf der Ponderosa-Ranch. Hier dürfen Ponys gestreichelt und natürlich auch geritten werden.

Ein Besuch im Indianerdorf schließt sich an, bevor es für Freizeitkapitäne heißt: ‚Leinen los‘. Ganz besonders lustig ist ein Besuch im Spiegelkabinett. Hier sehen Sie sich so, wie Sie es sich niemals und manchmal doch wünschen: einmal dick und riesig, einmal klein und dürr und einmal gartenschlank und wunderschön – ein besonderes Vergnügen im ‚Traumland auf der Bärenhöhle‘.

Lichtenstein-Honau – Literarische Burg

Manche Bauwerke erzählen ihre Geschichte selbst. Mit dem über Honau gelegenen Schloss Lichtenstein ist es anders. Seine Geschichte(n) hat ein Dichter geschrieben: Wilhelm Hauff in seinem Roman „Lichtenstein“. Seitdem kennt es die literarische Welt.

Das 817 Meter hoch auf hellem Fels gelegene Schloss ist 1388 erbaut worden. Wesentliche Teile des zinnengekrönten Baues stammen jedoch erst aus dem 19. Jahrhundert. Dennoch entspricht er genau der Vorstellung, die man sich heute von einer mittelalterlichen Burg macht.

Das zeigt Ihnen die Führung in gut 20 Minuten: Sie macht Sie bekannt mit der Waffenhalle, der Schlosskappelle, der urigen Trinkstube, dem Rittersaal und einer außergewöhnlichen Kunstsammlung, darunter ein Werk von Wolgemut, einem Lehrer Dürers.

Wenn Sie noch Zeit haben, empfiehlt sich in Honau ein Besuch im Wilhelm-Hauff-Museum, einer literarischen Erinnerungsstätte an der Schwäbischen Dichterstraße. Geöffnet ist von März bis Oktober an den Wochenenden zwischen 14-17 Uhr.

Lichtenstein

Hohenstein–Ödenwaldstetten – Alte Bauerntradition anschaulich dargestellt

Beispielhaftes von Land und Leuten aus früheren Zeiten zeigt das Bauernhausmuseum in Ödenwaldstetten. Einer der fast 400 Jahre alten Höfe stammt noch aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges. Er ist vom Keller bis zur Bühne voll ausgestattet mit einer funktionstüchtigen Einrichtung, in der eine bäuerliche Familie nach alter Art leben und arbeiten könnte.

Hohenstein Oedenwaldstetten

Das Bauernhausmuseum mit Bauern- und Lehrgarten für alte und neue Kulturpflanzen auf der Schwäbischen Alb hat von Mai bis Oktober jeweils mittwochs, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
Die Wacholderheide bietet aber noch mehr: Wandern Sie zur Burgruine Hohenstein oder zur Hütte in Bernloch.

Vielleicht besuchen Sie aber auch den von Schulkindern gemalten Kreuzweg in Eglingen. Rastplätze und Feuerstellen bieten zwischendurch reizvolle Unterbrechungen. Sie wollen dies alles mit dem Fahrrad erkunden? Markierte Radwanderwege zeigen den richtigen Pfad.

Marbach – Pferdehalter an der Wand

Das württembergische Landesgestüt genießt nicht nur Weltruf, es ist auch beliebter Treffpunkt vieler Pferdenarren aus der näheren Umgebung. Württembergische Herzöge gründeten vor 400 Jahren das Marbacher Gestüt. Später, im Jahre 1844, kam das Wahrzeichen dazu – der Stutenbrunnen im Hof.

Beliebt sind hier die Reit- und Fahrlehrgänge: Über 350 Pferde tummeln sich in den Ställen und auf den Weiden. Beobachten Sie einmal die Stuten mit ihren Fohlen oder den größeren Nachwuchs – eine richtige Augenweide.

Das Ereignis des Jahres findet aber alljährlich Ende September/Anfang Oktober statt: die Hengstparade. In der über 3-stündigen Vorführung sehen Sie 20 attraktive Schaubilder mit Hengsten, Stuten und Fohlen, ergänzt durch die große Hengstquadrille, Römische Wagenrennen und die Ungarische Post. Und zum Abschluss traben und galoppieren dann weltberühmte Vollblut-Araberstuten mit ihren Fohlen an Ihnen vorbei.

Marbach

Gundelfingen – An der stillen Lauter

Sie verlassen die Lautertal-Straße Münsingen-Zwiefalten an der Abzweigung nach Münzdorf. Kurz danach finden all diejenigen einen Parkplatz, die zur Burg Derneck wollen – und das sind nicht wenige, denn das alte Gemäuer ist zu einem Wanderheim des Schwäbischen Albverein umgebaut worden. Und so lädt Sie die ehemalige Tenne heute zu einer stilvollen Brotzeit ein.

Gundelfingen

Erkunden Sie anschließend die reizvolle Umgebung: Zwei Kurzwanderungen von je sechs Kilometern und acht Halbtagswanderungen mit Wegstrecken bis zu vierzehn Kilometer Länge stehen zur Auswahl. Die meisten Routen führen von einer Burg zur anderen und halten Blickkontakt mit der Großen Lauter.

Die Schönheit des Tales lohnt selbst die weiteste Anfahrt. Am Ober- und Mittellauf lieblich, wird es mit jeder Flussschleife wildromantischer, je näher die Lauter der Donau kommt. Bizarre Felsen stehen Spalier. Im Lautertal ist es übrigens gar nicht laut, eher einsam und still – wie Sie es vielleicht lieben.

Lautertal Bootstour

Die Große Lauter fließt windungsreich durch ein tief eingeschnittenes Tal – der Donau entgegen. Wenn Sie wollen (und zeitliche Einschränkungen beachten), können Sie die Lauter mit Ihrem Paddelboot befahren – von Münsingen-Buttenhausen bis Hayingen-Anhausen.

Dabei spielt es keine Rolle, wo Sie Ihr Boot zu Wasser lassen und wo Sie Ihre wohlverdiente Pause einlegen: Anlegestellen und Rastplätze gibt es im Lautertal genug. Allerdings müssen Sie sich Liegewiesen, Grillplätze und Gartenwirtschaften mit zahlreichen Wanderern und Radfahrern teilen.

Genießen Sie Ihre Tour auf diesem kleinen Fluss und beobachten Sie dabei die Natur, die Sie umgibt. Denn Sie gleiten unter den Zweigen alter Erlen und Weiden, zwischen grünen Wiesen und Wäldern hindurch und an kleinen Dörfern vorbei. Sie paddeln gemächlich mit der Strömung – doch zurück geht es auf dem Landweg. Deshalb: Sorgen Sie vor Ihrer Boots-Tour dafür, dass Sie abgeholt werden – am Ende Ihres (Wasser)-Weges.

Lautertal Bootstour

Lauterach – Ungewöhnliche Feger

Schloss Mochental, ehemaliger Sommersitz der Herren von Zwiefalten, wartet mit einer Rarität auf: das erste und einzige Besenmuseum dieser Art präsentiert sich hier in schönster barocker Hülle. Sie werden erstaunt sein, mit welchen Fegern rund um den Globus gekehrt wird. So reinigen beispielsweise Beduinenfrauen ihr Zelt mit einer Dattelpalmrippe. Sehenswert sind u.a. ein Elefantenschwanzbesen mit Silberbeschlag oder ganz profan – unsere guten alten Reisigbesen.

Lauterach

Doch Schloss Mochental, malerisch oberhalb des Donautales gelegen, hat noch mehr zu bieten: Neben Barockfresken an den Stuckdecken zieren die Wände zeitgenössische Malerei.

Und in der ehemaligen Kapelle finden Sie moderne Skulpturen, die zu kunstsinnigen Gespräche einladen. Ergänzt werden die Wechselausstellungen durch Konzerte und Dichterlesungen, die stilvoll in der Nikolauskapelle und im festlichen Hubertussaal stattfinden. Alte und neue Kunst gehen hier eine gelungene Synthese ein.

Wimsen – Kahnpartie im Höhlenschlund

Sie wissen nicht, was eine aktive Wasserhöhle ist? Dann sollten Sie nach Wimsen! Die einzige, die für Touristen erschlossen ist und mit einem Boot befahren werden kann, finden Sie hier: die Friedrichshöhle.

Ihre Kahnpartie wird zu einem kurzen, aber großartigen Erlebnis. Gleich nach der Einfahrt weitet sich die Höhle zur Halle. Das Wasser ist drei Meter tief und von gläserner Blässe. Ein hoher Felsblock steht wie eine Insel im unterirdischen See. Der Kahn gleitet leis‘ vorbei. 70 Meter führt die Fahrt in die Eingeweide des Berges. Höhlenforscher und Taucher sind schon weitere zweihundert Meter vorgestoßen, doch so weit reicht Ihr Weg leider nicht.

Draußen ‚im Tag‘ wartet auf Sie eines der schönsten Täler am Albrand und ein Gasthaus neben der Wimsener Mühle. Vielleicht hören Sie dort das Wortspiel von der Ach, jenem Flüßchen, das die beachtliche Friedrichshöhle vollbracht hat. Alle Achtung!

Wimsen

Riedlingen – Großartige Kleinstadt

Riedlingen baut sich terrassenförmig am Donauufer auf – heute noch eine Stadtschöne aus dem Mittelalter. Teile der alten Stadtmauer sind erhalten, das Mühltörle, das alte Rathaus, auf dessen Staffelgiebel ein Storch sein Nest gebaut hat, Fachwerkhäuser am Markt, Wehrtürme, die gotische Pfarrkirche St. Georg – eine Kleinstadtwelt, durch die zu bummeln eine gute Stunde füllt.

Riedlingen

Übersehen Sie aber nicht die Wirtshäuser, etliche liegen hier nämlich im ersten Stock. Das ehemalige Spital hat jetzt das Heimatmuseum zu Gast mit bäuerlicher Kunst aus dem Donautal.

Ganz in der Nähe ragt der ‚heilige Berg‘ Oberschwabens auf, der Bussen. Der Fahrweg führt steil hinauf zur Wallfahrtskirche, die dort seit 1516 steht. Von der mächtigen Burg, die Rudolf von Habsburg Ende des 13. Jahrhunderts gebaut hat, sind nur noch Turm und Mauerreste übriggeblieben. Das heißt: freier Blick in das schöne Donautal!

Fridingen – Schwereloses Wandern

Alle Kenner versichern es: Von den 2888 Kilometern, die die Donau bis zum Schwarzen Meer zurücklegen muss, sind die ersten im Tal der jungen Donau die schönsten – mit Sicherheit für den Wanderer. Ein so großes Angebot von Wanderwegen, wie etwa jenes von Fridingen, findet man in dieser Vielfalt so schnell nicht wieder: Wege an Hängen zu Höhen, in Tälern zu Burgen und Schlössern.

Weil die Wirte wissen, dass der Appetit zwar beim Essen, aber eher mit dem Wandern kommt, haben sie sich zusammengetan und ermöglichen das Wandern ohne Gepäck – für ein langes Wochenende oder für eine ganze Woche. Das Gepäck wird von Gasthof zu Gasthof nachgebracht.

Derweil hat man die Hände und den Rücken frei und läuft so jung und unbeschwert wie nebenan die Donau. Auskünfte, wie man das Wandern ohne Gepäck variieren kann, erhalten Sie beim Fremdenverkehrsverband „Bergland Junge Donau“.

Fridingen

Kolbingen – Steine zum Staunen

Höhlen haben Seelen. Sie hüten Geheimnisse und beflügeln die Phantasie der Menschen. Die Kolbinger Höhle regt zu Deutungen und Entdeckungen an: Stephansdom, Meeresmuschel, Höhlendrachen, gotische Kapelle, Gralsburg …

Kolbingen

Effektvolle Ausleuchtung hilft beim Enträtseln der Stalaktiten und Stalagmiten, der Versinterungen und Auswaschungen. Im munteren Trepplauf-Treppab geht es durch die Höhle über 88m steinernes Wunderland.

Tauchen Sie ein in die Geheimnisse des Halbdunkels. Aber nehme Sie Mantel oder Jacke mit, denn die Höhle, vorn immerhin noch 10 Grad warm, konserviert ihr reiches Innenleben im hinteren Teil bei idealer Kühlschranktemperatur von 7 Grad. Keine einladende Bleibe für Höhlenmenschen, denen in der „Felsenstube“ später eine steinzeitliche Wohnstätte eingerichtet wurde. Dieses funkelnde Steinreich kann nur mit Führer zwischen März bis Oktober besichtigt werden.

Leibertingen – Schwedenhappen

Der Blick hinauf zur Burg Wildenstein, hoch über der Donau gelegen ist wild und schön. Er beweist Ihnen auch, warum diese Burg lange Zeit als uneinnehmbar galt: 211 senkrechte Meter trennen Burganlage und Donautal – und damit Burgherrn und Feinde.

Nur die Schweden schafften im 30jährigen Krieg das schier Unmögliche – am Sonntag und mit des Herren Hilfe: Der Burgkommandant war mit dreien seiner vier Musketiere zur Kirche gegangen, der vierte hatte sich vor der heruntergelassenen Zugbrücke in die Sonne gelegt – flugs waren die Schweden im Gemäuer.

Heute ist keine List mehr nötig – der Burghof ist immer zugänglich und der Blick ins Tal ist Grund zum Kommen. Unten liegt die Erzabtei Beuron, ein 1077 gegründetes Gemeinwesen, das sich der benediktinischen Regel ‚ora et labora‘ (arbeite und bete) fügt: Rund 100 Mönche befolgen das Gebot. Besonders eindrucksvoll zur gesungenen Vesper (werktags 18, sonntags 15 Uhr).

Leibertingen

Stetten-Thiergarten – Aufbruch zum Durchbruch

Von Beuron bis Beuren hat die Donau das Land gestaltet: Tief hat sich der Fluss ins Juragestein geschnitten und dem Erholungsgebiet „Obere Donau“ einen eigenen, unverwechselbaren Ausdruck gegeben. An Klippen vorbei und über viele Wehre zwängt und stürzt sich der Fluss – oft keine 20 Meter breit -, bis er hinter Sigmaringen endlich in ruhigere Bahnen kommt.

Durchbruch

Die „Neumühle“ in Thiergarten ist ein guter Platz Donauromantik zu erleben. Von der Terrasse des Fachwerk-Gasthofes, im Zentrum des Donau-Durchbruchs, sehen Sie, wie sich die Fluten tosend und sprühend über das 3 Meter hohe Wehr stürzen. An solchen Stellen müssen Kanufahrer und Paddler ihre Boote über Land tragen – eine kleine Mühe, die schnell vergessen ist.

Auch Landpartien sind von hier aus zu empfehlen: zur Burg Wildenstein (15 Kilometer flussaufwärts) oder zur Burg Werenwag. Noch näher liegen Ruine Falkenstein und der Schaufelsen mit seiner über 100 m hohen Felswand – ein Bergsteigerparadies!

Sigmaringen – Versammelte Jahrhunderte

Schloß Sigmaringen zeigt sich, wie so manches Schloss, schon von Ferne. Die exklusive Lage, hoch über der Donau, hat es bereits früh eingenommen (1077) und hatte so Gelegenheit, in seinem Inneren zu sammeln, was Jahrhunderte an Sammelswertem hervorgebracht und nachgelassen haben.

Die Führung durch Romanik bis Renaissance dauert 45 Minuten. Sie sehen wertvolle Gobelins in der Portugiesischen Galerie, die Portraits der Hohenzollern im Ahnensaal und in der Waffenhalle nahezu alles, womit man im Mittelalter vorzugsweise geschlagen, gestochen und geschossen hat. Rund 3000 dieser militanten Hilfsmittel sind hier zu bestaunen. Da beglückt der Konrast, die schwäbische Kunst, die auf Schloss Sigmaringen an einer Fülle von Werken dokumentiert wird, um so mehr.

Besuchen Sie auch das Marstallmuseum. Hier sieht man, dass man zur Feudalzeit auch recht feudal reisen konnte. Besonders sanft in Sänften.

Sigmaringen

Sigmaringen – Fürstlicher Wildwuchs

Was Ihnen heute zahm vor die Linse läuft, wurde über viele hundert Jahre verfolgt und gejagt: Im großen Waldgebiet zwischen Meßkirch und Mengen gaben sie Freiherrn, Grafen und Fürsten die Flinte in die Hand. Heute geben sich im (inzwischen verkleinerten und sicher umzäunten) Wildpark Josefslust nur noch die Besucher die Klinke in die Hand. Und auch das nur symbolisch, denn der Haupteingang in der Nähe des Forsthauses ist stets geöffnet.

Sigmaringen Fürstlicher Wildwuchs

Auf gepflegten und vorgezeichneten Wegen (Schautafel am Eingang) geht es zu zwei Weihern, malerischen Baumgruppen, schönen Einzelbäumen und grünen Tälern.

In dieser großzügigen Wildnis haben etwa 120 Tiere ihr fürstliches Auskommen. Sagen Sie Fuchs und Hasen ‚Guten Tag‘, nehmen Sie dem Reh die Scheu, fühlen Sie sich von den Schwarzkitteln angezogen und stellen Sie fest, dass der Dammhirsch hier ein Zahnhirsch ist … Dann folgt der Romantik zweiter Teil: Lagerfeuer in der Parkmitte. Aber nur dort bitte!

Hundersingen Spurensuche

Die ehemalige Zehntscheuer des Klosters Heiligkreuztal in Hundersingen präsentiert seit 1985 reiche Ausgrabungsfunde der nahegelegenen Heuneburg: So bezeugen Steinbeile des 3./4. Jahrhunderts v. Chr. eine erste Begehung dieses Raumes.

Während der mittleren und späteren Bronzezeit (etwa 1600 bis 1200 v. Chr.) wird der Burghügel erstmals besiedelt. Und zu Beginn der späten Hallstattzeit (um 600 v. Chr.) gründete der im ‚Hohmichele‘ Bestattete eine Dynastie von Burgherren, die in den folgenden 150 Jahren die Heuneburg und das Umland beherrschten.

Hundersingen

Es waren vermutlich frühe Kelten. Das wechselvolle Schicksal der Burg und ihrer Bewohner, vor allem im 5. und 6. Jahrhundert v. Chr., also während der Hallsteinzeit, erfahren Sie in einer interessant gestalteten Tonbild-Schau – und auf Ihrem Rundgang durch das Museum.

Beenden Sie Ihren Spurensuche auf einem archäologischen Rundwanderweg: beim Riesengrabhügel ‚Hohmichele‘ und bei der Heuneburg – dem frühkeltischen Fürstensitz.

Ertingen – Rast an der ‚Wundertanne‘

Wie wär’s mit einem zünftigen Grill-Picknick im Wald mit vorgeschalteter ‚Expedition‘? Der Waldlehrpfad von Ertingen bietet sich an. Er hat sogar einen Namen: ‚Wundertanne‘. Von der B311 Herbertingen-Ertingen in Ortsmitte Ertingen folgen Sie dem weißen Schild ‚Waldlehrpfad‘. Der Pfad ist als Rundwanderweg angelegt, Sie kommen also wieder zum Ausgangspunkt zurück.

Ertingen

Die Hinweise auf Baum und Strauch sind ebenso neu wie lehrreich. Oder ist Ihnen zum Beispiel die Traubenkirsche schon geläufig? Der Grillplatz liegt erst im letzten Wegdrittel. Rustikale Tische und Bänke und sogar einige ‚Baumstühle‘ drängen sich um die Grillmulde. Die nahe Schutzhütte macht Ihr Unternehmen sicherer.

Und die Wundertanne? Das war ein riesiger Baum, den der Blitz mit zwei Hieben gefällt hat. Den übriggebliebenen Baumstumpf können drei Männer gerade umspannen, vorausgesetzt das Picknick war nicht zu üppig. Sonst bräuchte man vier.

Bad Buchau – Spuren aus der Steinzeit

Der Weg von den ersten Menschen hin zu den Nachfahren, die Werkzeuge erfanden, Gemeinschaften gründeten und Kulturen entwickelten, war weit – sehr weit. 15.000 Jahre dieser Entwicklung, die Spanne zwischen Alsteinzeit und dem ersten Jahrtausend unserer Zeitrechnung dokumentiert das 1968 gegründete Federseemuseum, mittlerweile ein Haus mit internationalem Ruf.

Viele authentische Belege, vom Federseemoor konserviert, wurden hier ausgegraben, freigelegt, restauriert und in Zusammenhängen interpretiert. Größte Fundgegenstände waren zwei komplette Dörfer aus der Zeit um 1000 v. Chr., zusammengefasst in der Buchauer Wasserburg. Was sie barg, zeigt Ihnen das Museum.

Jede Epoche, jede Kultur hat ihre Spur hinterlassen. Auch Originelles ist unter den Originalen, z.B. der Versteckfund von Kappel-Dürnau: Da vergrub um 15 v. Chr. ein „antiker“ Eisenhändler seine Ware, um sie vor Zugriff zu schützen. Man fand sie doch. Fast 2000 Jahre später.

Bad Buchau

Saulgau – Vorder-Österreich in Oberschwaben

Zusammen mit vier weiteren Donaustädten hat das uralte, schon 819 bezeugte Saulgau lange Zeit zu Österreich gehört. „Vorder-Österreich“ wurde es manchmal genannt. Fest in der Geschichte verwurzelt sind auch die Feste der Stadt. Das „Bächtlefest“, ein Kinder- und Volksfest am 2. Wochenende im Juli, gab es schon 1435.

Saulgau

Bürgerwache mit Musikcorps und die Stadtgarde zu Pferde erinnern an die wehrhaften Stadtbürger vergangener Jahrhunderte. Ihre bunten Uniformen geben Fronleichnam und dem Johannesfest ein besonderes Gepräge. Auch das Stadtbild spiegelt Geschichte.

Im Hotel ‚Kleber-Post‘ wurde das kulinarische Kapitel der Stadt geschrieben – ein dickes Buch, das bis heute nicht abgeschlossen ist. Das noble Haus ist ein wahrhaftiger Höhepunkt schwäbischer Gastlichkeit und ein Begriff für gehobene Gaumenfreuden. Sie spüren die Kultur der alten Posthalter-Familie, die seit 300 Jahren Gäste empfängt. Willkommen!

Kürnbach – Baulich- und Beschaulichkeit

Dieses Museum ist ein Zufall und doch keiner! Zufall deshalb, weil das letzte Kürnbacher Strohdachhaus wie durch Fügung erhalten blieb und damit den Anstoß zum Freilichtmuseum gab. Nicht zufällig war der Ehrgeiz des Hausnachbarn Steinhauser des Amts für Denkmalpflege, das Haus mit vier weiteren Gebäuden zum Grundstein eines Museums zu machen.

Heute wird Ihnen hier das typische altoberschwäbische Bauernhaus gezeigt, vom dreigefachten Hof (Wohnteil, Tenne, Stall) über das fünfgefachte Haus (Küchenflur- oder Treppenflurhaus) bis zum erweiterten Treppenflurhaus mit mehreren Ställen und Gesindeteil.

Sehenswert ist auch die barocke Eligius-Kapelle aus Oberessendorf mit ihrer unversehrt erhaltenen Innenausrüstung. Im benachbarten Steinhausen finden Sie eine unvergleichliche Wallfahrtskirche, die erste deutsche Kirche mit ovalem Grundriss. Sie werden über reiche Ausmalung und Stukkatur staunen – ein Kleinod, das Sie keinesfalls versäumen dürfen!

Huernbach

Bad Waldsee – Nomen est omen

Der Name verrät bereits, was der Ort zu bieten hat – und er sagt doch nur die halbe Wahrheit. In Wirklichkeit ist Bad Waldsee staatlicher anerkannter Moor- und Kneipp-Kurort – also zwei Bäder in einem. Der Wald verteilt sich auf mehrere Wälder an sanften Moränenhängen, und auch Seen gibt es zwei.

In dieser üppigen Natur ist auch die Kunst zu Hause: In der Stiftskirche St. Peter steht der beeindruckende Hochaltar von Dominikus Zimmermann, der sich auch für die Wallfahrtskirche Steinhausen verantwortlich zeichnet.

Bad Waldsee

Besuchen Sie in St. Peter den „Eisernen Mann“, das imposante Grabmal des Truchsesses Georg I. Barock setzt sich fort in Bürgerhausfassaden und am Fürstenschloss.

Gotik hingegen herrscht am Rathaus mit seinem schlank aufragenden, filigranen Spitzgiebel und wuchtige Behäbigkeit macht das Kornhaus-Museum aus. Der efeubedeckte Vötschenturm und der Wurzacher Torturm runden das Stadtbild – für Strandbadbesucher am Stadtsee reizvoll aufgereiht.

Illmensee – Die Ruhe selbst

Warum immer Sensationen, warum Dramatik auch in der Natur? Die schroffsten Hänge, die tiefsten Täler, die wildesten Flüsse? Schalten Sie mal auf Kontrastprogramm – auf Entspannung statt Anspannung! Machen Sie einen Ausflug zu drei freundlichen Seen. Hier verraten Fischerboote am Ufer, wie manche ihr Auskommen und andere ihr Zubrot finden, hier beweist der Schilfgürtel am Ruschweiler See, dass der Mensch nicht überall Zugang hat.

Für Angler gibt es Anglerscheine bei der Gemeinde, für Badenixen und Wassermänner am Illmensee ein See-Freibad. Zugang zum Ufer und Kiosk sind die einzigen Zugeständnisse an den Tourismus. Der Rest sind stille Wasser und Wälder – durchzogen von Wanderwegen.

Einer hat dennoch Anschluss an einen Superlativ: Er verläuft in südwestlicher Richtung und endet auf einem Höhepunkt – dem Höchsten. So nämlich heißt der Berg, dessen 833 m ein Pavillon krönt. Von hier gelingt an klaren Tagen der Blick auf die Alpenkette.

Illmensee

Heiligenberg – Stilblüte am Straßenrand

Ausgerechnet an der berühmten Oberschwäbischen Barockstraße finden Sie ein Glanzstück deutscher Renaissance: das Schloss Heiligenberg. Graf Joachim (1538 bis 1598) hat die spätmittelalterliche Burg zwischen 1560 und 1575 im neuen italienischen Stil umbauen lassen.

Heiligenberg

Das Ergebnis überzeugt noch heute: eine (gestalterisch) geschlossene Schlossanlage mit eleganter Fassade, mit großzügigen Treppen, kräftigem Dekor und mit einem Rittersaal, der zusammen mit jenem von Schloss Weikersheim zu den schönsten deutschen Profanräumen der Renaissance zählt.

Seine geschnitzte Kassettendecke ist ein wahres Konstruktionswunder: Sie wurde mit einem System von Eisenklammern um nahezu einen Meter vom Dachstuhl abgehängt. Der Meister dieses einmaligen Werkes war Jörg Schwartzenberger. Er muss ein bescheidener Mann gewesen sein: Sein Meisterzeichen hat er in die Decke eingeschnitzt – aber auf die Rückseite.

Ravensburg – Lebendige Vergangenheit

Die „Stadt der Türme und Tore“, seit 1276 freie Reichsstadt, war ein guter Platz für frühen Handel und Wandel. So richtete sich hier im 15. Jahrhundert und im Schutze der starken Stadtbefestigung die „Große Ravensburger Handelsgesellschaft“ ein, die dann auch Ravensburg groß machte. Im Vogthaus, dem Städtischen Museum, sind noch Räume aus dieser Zeit erhalten, holzgetäfelt und mit tonnenartig gewölbter Decke.

Das komplizierte Schließwerk einer Truhe zeigt, dass Vorsicht auch Mutter der Schatzkiste sein kann. Zunftscheiben und kunstvolle Plastiken bezeugen die Stände und den Stand des Ravensburger Handwerks. Andere Zeugen alter Zeiten sind Rutenfest und Fasnet.

Zur Karnevalszeit geht hier der „Schwarze Veri“ um, ein Räuberhauptmann, der die ganze Stadt erobert. Ruhe und Erholung hingegen liegen links und rechts des Schussentals – mit Wildgehege und Indianerfort. Erhabene Stille empfängt Sie in der ehemaligen Klosterkirche St. Peter und Paul in Weißenau.

Ravensburg

Waldburg – Das Kaisers Macht ward hier bewacht

Waldburg

Wenn Sie ein gutes Beispiel an Beständigkeit suchen, sollten Sie zur Waldburg hinaufgehen. Diese Burg wurde im 11. Jahrhundert von den Waldburgern gebaut und ist heute noch immer im Besitz des gleichen Geschlechts. Allerdings wohnen die Grafen mittlerweile auf Schloss Wolfegg und nennen sich folglich: ‚Grafen und Fürsten von Waldburg zu Wolfegg und Waldsee‘.

Unter den Staufern wurde auf dieser Burg 28 Jahre lang, von 1220 bis 1248 ein kostbares Schatz verwahrt: die Insignien des Reiches – Krone, Zepter und Reichsapfel. Heute müssen Sie nach Wien, um diese Symbole kaiserlicher Macht zu bewundern – hinter Hofburgmauern unter hinter Glas.

Parken Sie unten im Ort an der Dorfkirche. Ein steiler Weg führt hinauf zur Burg auf den bewaldeten Hügel. Treten Sie ein und bewundern Sie Möbel und Gemälde aus mehreren Jahrhunderten. Als Kontrast empfiehlt sich ein Blick in die mittelalterliche Folterkammer.

Hotels auf der Schwäbischen Alb

Ob Sie nun einen aktiven Outdoor-Urlaub, einen Familienurlaub in idyllischer Umgebung oder zum Beispiel eine Wellness-Reise buchen wollen, die Schwäbische Alb bieten beste Bedingungen dafür. Auch was die Übernachtungsmöglichkeiten anbelangt, ist die Auswahl groß. Sie finden sowohl auf Familien spezialisierte Häuser, Spa-Hotels als auch Allrounder-Hotels mit einem gut ausgeklügelten Gesamtpaket. Ebenso sind alle Kategorien vertreten, wobei die Häuser mit drei und vier Sternen dominieren. Erfahren Sie im Folgenden, welche Hotels für Sie je nach individuellen Anspruch interessant sein könnten.

Welche Hotels soll man bei Reisen in die Schwäbische Alb buchen?

Hotels zu finden, die auch für Familien geeignet sind, ist mitunter gar nicht so einfach. Familienzimmer (am besten mit Kochnische) sollten vorhanden sein, beim Service sollte Kinderfreundlichkeit Priorität haben und Angebote wie ein Spielplatz o.ä. für die Kleinen sind ebenfalls wünschenswert. Unterkünfte, auf welche diese Kriterien zutreffen, wären zum einen das Hotel Seltenbacher Hof in Tuttlingen. Es liegt am Rande des Schwarzwaldes und besticht u.a. durch einen schönen Biergarten, Garten, Terrasse und Kinderspielplatz. Direkt vom diesem Vier-Sterne-Hotel aus starten mehrere Wanderwege und auch Haustiere dürfen mitgenommen werden – ideale Voraussetzungen für einen aktiven Familienurlaub.

Auch das Stausee-Hotel Klose GmbH ist eine Unterkunft, die für Familien empfehlenswert ist. Das in Metzingen (rund 30 km von Stuttgart entfernt) gelegene Drei-Sterne-Hotel bietet nicht nur einen großen Spielplatz sondern auch einen wunderschöne Terrasse mit Seeblick. Die Familienzimmer sind besonders geräumig und auch ein kostenloser Shuttleservice steht bereit.

Wer hingegen einen entspannenden Wellness-Urlaub auf der Schwäbischen Alb verleben will, kann dies beispielsweise im Achalm Hotel in Reutlingen tun. Das Vier-Sterne-Haus wartet mit einem ausgedehnten Spa-Center, Pool und Sauna auf. Auch ein Fitnessbereich ist vorhanden sowie Bademäntel, Hausschuhe und Pflegeprodukte werden kostenfrei gestellt. Das Hotel Traube Revital hat sich ebenfalls dem Wellnesskonzept verschrieben. Die Gäste werden u.a. mit Innen- und Außenpool, Fitnesscenter und einem großzügigen Spa-Bereich verwöhnt.

Andere suchen nach komfortablen Hotels mit guter Allround-Ausstattung, wozu etwa gratis WLAN, ein gutes Restaurant, behindertenfreundliches Konzept, Nichtraucherzimmer und ein Flachbild-TV gehören. Exemplarisch seien zwei bei Gästen beliebte Hotels genannt, welche diese Bedingungen erfüllen: Sowohl das Flair Hotel Vier Jahreszeiten (Drei Sterne) in Bad Urach als auch das Vier-Sterne-Haus NH Heidenheim in Heidenheim an der Brenz zählen dazu.

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