Würzburg – eine studentische Hochburg mit kulturellen Besonderheiten

Es ist gerade einmal etwas mehr als 400 Jahre her, als in Würzburg noch die vermeintlichen Hexen verfolgt wurden, um diesen den Prozess zu machen. Natürlich lodern heute längst keine Scheiterhaufen mehr in der unterfränkischen Stadt, doch geht es immer noch heiß her in Würzburg. Die kreisfreie Stadt hat nämlich nicht nur Studenten viel zu bieten, auch in kultureller Hinsicht warten hier ein paar echte Schätze. So gibt es in Würzburg großartige Bauwerke, die mitunter sogar dem UNESCO-Weltkulturerbe zuzuordnen sind, aber auch der leckere Frankenwein sowie traditionelle Feste und Veranstaltungen wissen zu überzeugen. Kaum eine andere Stadt in Bayern hat ein derart reges und unterhaltsames Nachtleben zu bieten, sodass Besucher von Würzburg garantiert viele Abenteuer in ihr Reisetagebuch schreiben können. Das kann übrigens auch Peter Schmalz, der bekannte deutsche Journalist bezeugen, der seine ersten schriftstellerischen Gehversuche in Würzburg unternommen hat.

Die Würzburger Residenz samt Hofgarten – Wahrzeichen und bedeutsames Erbe

Bereits im Jahre 1719 wurde mit dem Bau der Würzburger Residenz begonnen, die sich heute am Rand der Innenstadt befindet. Jedoch hat es bis zum Jahr 1944 gedauert, bis der monumentale Bau fertiggestellt wurde, was jedoch nicht für die Innenausstattung gilt. Diese brauchte noch einmal deutlich mehr Zeit, sodass die Würzburger Residenz erst im Jahr 1781 auch mit innerlichem Glanz punkten konnte.

Ursprünglich war der barocke Bau dabei Sitz für die Würzburger Fürstbischöfe, was bis zum Jahr 1814 auch so blieb. Danach war die Residenz, die heute zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, fest in der Hand der bayerischen Könige, die einige Veränderungen vornahmen. Im Zweiten Weltkrieg schließlich hatte die Würzburger Residenz schwer unter dem Bombenangriff im Jahr 1945 zu leiden, da schwere Schäden am Bauwerk die Folge waren. Doch der Wiederaufbau ließ nicht lange auf sich warten, da ein Kunstschutzoffizier aus Amerika sich der Residenz annahm.

Heute ist die Würzburger Residenz nicht nur ein echtes Wahrzeichen für die Stadt, es sind mittlerweile auch zahlreiche Ausstellungsstücke sind hier untergebracht worden. Auch die Universität ist teilweise in diesem Bau angesiedelt worden, sowie das Staatsarchiv. Sehr beliebt bei den Würzburgern selbst und natürlich auch bei den Besuchern der Stadt ist zudem das alljährlich stattfindende Mozartfest. Außerdem ist die Würzburger Residenz auch sehr häufig Veranstaltungsort für diverse Ausstellungen, die immer sehr gut besucht sind.

Die Weinberge in Würzburg – Naturverbundener Geschmack mitten in der Stadt

Der legendäre Frankenwein hat sich in der ganzen Welt einen Namen gemacht und erfreut sich unzähliger Fans. Dabei ist nicht nur das fertige Produkt eine Besonderheit von Würzburg, auch der Anbau, der teilweise mitten in der Stadt stattfindet, ist eine echte Sehenwürdigkeit. Selbstverständlich finden sich die Weinberge nicht in der Innenstadt von Würzburg, doch es lässt sich in jedem Fall sagen, dass die Weinberge ganz klar in die Stadt hineinwachsen. Insbesondere der bekannte Würzburger Stein ist in diesem Zusammenhang von Bedeutung, da dieser in der Liste der berühmtesten deutschen Weinanlagen zu finden ist.

Besonders schön und informativ zeigt sich hier der Panorama-Rundgang, der auf vier Kilometern eindrucksvoll zur Schau stellt, warum der Frankenwein so wohlschmeckend ist. Eine ganze Reihe von Infostellen versüßt den Besuchern den Rundgang. Und wer sich für einen geführten Rundgang entscheidet, darf natürlich auch ein Gläschen Wein verköstigen.

Die Festung Marienberg – Ein prägendes Bauwerk im Sinne der Erholung

Zu finden ist die Festung Marienberg, die auch unter dem Namen Festung Unser Frauen Berg bekannt ist, auf der linken Seite des Flusses Main. Zu übersehen jedoch ist dieser imposante und umfangreiche Bau keinesfalls, da die Festung auf einer Bergzunge thront, wo sie als bekanntestes Wahrzeichen von Würzburg dient.

Die Wurzeln der Festung Marienberg lassen sich auf den Beginn des 8. Jahrhunderts datieren, wobei der älteste Teil des Bauwerkes ganz klar die Marienkirche ist. Besondere Bedeutung hatte die Festung übrigens während des sogenannten Bauernkrieges im Jahr 1525, als diese zum Rückzugspunkt für den damaligen Bischof Konrad II. und seine treuen Anhänger wurde.

Heute ist die Festung Marienberg Heimat für zwei Museen, die beide sehr viele Schätze zu bieten haben. Auch Wohnung sind inzwischen auf dem Gelände zu finden, sowie diverse Restaurants und Biergärten. Erholung gibt es bei einem Besuch auf der Festung Marienberg daher in jedem Fall ausreichend zu entdecken.

Bauwerke als Modelle für Blinde – Würzburg in klein ertasten

In der Innenstadt gibt es einige besondere Modelle von bedeutenden Bauwerken der Stadt zu entdecken, die insbesondere für sehbehinderte Menschen interessant sind. Diese Modelle sind nämlich profiliert und mit Erklärungen in Blindenschrift versehen, sodass auch sehbehinderte Menschen sich ein Bild von Würzburg machen können.

Zu ertasten gibt es das Rathaus, den Dom, die Residenz, die Alte Mainbrücke und die Kirche St. Adalbero. Selbstverständlich sind die detailgetreuen Modelle auch für Menschen mit scharfen Augen sehr spannend zu betrachten. In jedem Fall aber stellen diese eine tolle Besonderheit von Würzburg dar.