Unterwegs im Baltikum

Das passende Attribut für meinen Gemütszustand während der Zeit in den Baltischen Hauptstädten ist schlicht und ergreifend wohlig. Wohlig, weil die Atmosphäre auf den Marktplätzen und in den alten schmalen Gassen der architektonisch so ähnlichen Städte die Reisenden beinahe in die vergangenen Jahre des hanseatischen Seehandels versetzt. Wohlig, weil die Menschen so friedfertig, gastfreundlich und offen sind (was sich dort immer noch ein wenig anfühlt wie die Erleichterung aber die lang ersehnte Unabhängigkeit). Wohlig, weil die Balten so bodenständige und naturverbundene Menschen sind.

Gerade in Riga, der lettischen Hauptstadt, gibt es eine Vielzahl günstiger Hostels, die mitten in der Innenstadt liegen und manchmal sogar Vergünstigungen anbieten, für diejenigen, die bereit sind, auf ihrer Reise ein bisschen an der Rezeption oder beim Frühstücksdienst mit anzufassen. So kann man in der Stadt komfortabel unterkommen, auch als Budget Traveller.

Fahrradverleihe gibt es an jeder Straßenecke. Mit dem „Drahtesel“ lässt sich Riga ganz wunderbar erkunden! So kann man in kürzester Zeit die etwas abgelegenen Wahrzeichen wie den Botanischen Garten oder den „Großen Friedhof“ an unterschiedlichen Enden der Stadt erreichen und kann unterwegs noch die Frische Nordluft genießen. Die Tagestour auf dem Rad, für die wir schlappe 7 Euro bezahlt haben, war für mich definitiv der beste Tag der Reise!

Ich kann dazu die kleinen Verleihgeschäfte empfehlen, da muss man sich nicht mit Automaten und zu niedrig eingestellten Satteln und Lenkrädern rumärgern, sondern hat einen lebendigen Ansprechpartner vor sich, der Gazelle Fahrräder in bestem Zustand verleiht, anständig anpasst und obendrein noch wertvolle Geheimtipps für die Stadtrundfahrt gibt.

Neben den bekannten Sehenswürdigkeiten wie dem Schwarzhäupterhaus, dem historischen Marktplatz, der Universität usw.

Über den Dächern von Tallinn

… sollte man auf keinen Fall verpassen, die unzähligen Biersorten des Landes zu probieren. Ganz begeistert war ich von Cranberry- und Ingwerbier, das in der warmen Sommersonne unglaublich erfrischend ist. Mhh 🙂

In der Peldu iela Nummer 19 versteckt sich ein weiterer Geheimtipp: Das Restaurant ALA, das sich nur wenige hundert Meter hinter dem Schwarzhäupterhaus in einem alten Kellergewölbe befindet. Fragen lohnt sich, den Laden kennt im Ort wirklich jeder!

Zu super guten Preisen (Budget Traveller aufgepasst!) kann man ganz überragendes traditionell lettisches Essen und 16 leckere Biere vom Fass bekommen. Die Umgebung lädt mit rustikaler Stimmung und Livemusik auch dazu ein, die Leute vom Nachbartisch kennenzulernen.

Ein absolutes Highlight!

St. Anna Kirche, Vilnius. Gothik und Guerilla-Knitting
Reise Tipp Logo

Nicht weit vom Zentrum (mit dem Linienbus in etwas mehr als 20 Minuten zu erreichen) liegt Jurmalas Küstenabschnitt. Der Strand mit Ferienhäusern ist selbst ein Naherholungsgebiet und Küstenkurort und ist daher vom kommerziellen Tourismus relativ unberührt. Es gibt in der Nähe auch eine Promenade mit Restaurants, kleinen Geschäften und Souvenirflohmarkt. Wer nach einem windigen Tag an der Ostsee noch in die Sauna gehen oder im Whirlpool entspannen möchte, ist im Nahegelegenen Schwimmbad „Akvapark“ an der richtigen Adresse., ansonsten gibt es unzählige Möglichkeiten für Kurbehandlungen.

Der Busbahnhof in Riga ist zentrales Dreh- und Angelkreuz für Fernbusse in alle Richtungen. Für weniger als 30 Euro kann man Tickets für die 4 stündigen Hin-und Rückfahrten nach Vilnius und Tallinn buchen (weitere Reiseziele in Polen, Weißrussland und Russland). Die Busse der Linien Smile und Lux Express sind mit Touch Screens für jeden Passagier ausgestattet, es gibt auf der ganzen Fahrt WiFi und kostenlose Heißgetränke. Ganz toller Service!

In den Hauptstädten von Litauen und Estland angekommen, wir unser erstes Ziel immer die Touristeninformation am Marktplatz, wo man kostenlose Stadtkarten „Made by Locals“ bekommen kann.

Dort werden täglich um 12.00 Uhr mittags kostenlose Stadtführungen in englischer Sprache angeboten, die von einheimischen Studenten begleitet werden und sich wirklich lohnen.

Generell sind die Englischkenntnisse in den Baltischen Hauptstädten ganz ausgezeichnet und haben enorm dazu beigetragen, dass ich mich so wohlgefühlt habe. Da gibt man zum Abschluss gerne ein großzügiges Trinkgeld.

Empfehlen kann ich unbedingt das Olde Hansa Restaurant am zentralen Marktplatz in Tallinn – ganz authentische mittelalterliche Küche in Kerzenlicht bei altertümlicher Musik – und die Gaststätte Šnekutis in der Straße Polocko Gatvė Nummer 7a hinter der St. Nocholas Kirche in Vilnius, die mit dem etwas exzentrischen Besitzer und der entsprechenden Auswahl an Biersorten zum ausgelassenen Tagesabschluss einlädt.

Insgesamt sind die Baltischen Hauptstädte die perfekten Reiseziele für Wochenendtrips! Während er Osterferien sollte man, gerade in Riga, auf viele deutsche Touristen vorbereitet sein. Weil die Städte alle recht klein sind, reichen zwei bis drei Tage an jedem Ort aus, um alles bis aufs Letzte auszukundschaften. Es ist wirklich einfach, bequem und günstig, eine Reiseroute durch alle drei Städte zu planen.

Birthe Menke
Business Administration und Travel – Birthe Menke

Birthe Menke ist 26 Jahre alt, in Norddeutschland groß geworden und studiert zur Zeit International Business Administration an der Wiesbaden Business School. In den letzten Jahren hat sie längerfristig in den Vereinigten Staaten, Belarus, Russland und Südkorea gelebt. Gegenwärtig beendet sie erfolgreich ihr Studium. Die Wochenenden und Semesterferien verbringt Birthe gern mit spontanen Städtereisen als Budget Traveller.

Mehr zum Baltikum

Bestseller Nr. 1
Reise Know-How Reiseführer Baltikum: Litauen, Lettland, Estland
  • Günther Schäfer, Mirko Kaupat, Alexandra Frank
  • Herausgeber: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH
  • Auflage Nr. 3 (27.02.2017)
  • Taschenbuch: 936 Seiten
Bestseller Nr. 2
Bestseller Nr. 3
Lonely Planet Reiseführer Estland, Lettland, Litauen (Lonely Planet Reiseführer Deutsch)
  • Brandon Presser
  • Herausgeber: LONELY PLANET DEUTSCHLAND
  • Auflage Nr. 4 (05.09.2016)
  • Taschenbuch: 468 Seiten

Ähnliche Beiträge