Boarderlines – Zwischen den Wellen

Man muss kein Reisefreak sein, um das Gefühl des Ausbrechens und den Wunsch nach großen Abenteuern zu verspüren. Aber genau diese Sehnsucht kann das Leben jener verändern, die etwas mehr als nur einen kleinen Schritt wagen, welcher sich dann deutlich nachhaltiger auswirkt als die Wahl des geplanten Berufsbildes …

Boarderlines – Kein Leben nach Plan, oder …?

Im vorliegenden Buch geht der Autor als Muster-Student diesen Weg, indem er während der Semesterferien zum Surfen auf Bali durch einen Freund überredet wird. Das Surffieber packt ihn und lässt ihn fortan auch nicht mehr los! Nach Beendigung des Studiums und mit zwei Diplomen in der Tasche schwankt er zwischen einem Leben in Deutschland (in geordneten Verhältnissen) oder ein Leben voller Abenteuer … Wäre die erste Option seine Wahl gewesen, wäre diese Buch wohl nicht geschrieben worden, weswegen sich der Autor folglich für eine „Reise ohne Ende. Ohne Wiederkehr. Nur noch Surfen“ entscheidet!

Auf den vorliegenden Seiten beschreibt er seine Abenteuer und seine Suche nach immer größeren und höheren Wellen, sodass der Leser – selbst wenn ein keinen großen Bezug zum Surfen hat – durchaus hin und wieder in den Strudel gerissen wird oder sich nass fühlen kann … Ganz nebenbei umreist er innerhalb von zehn Jahren die halbe Welt und findet sich in Südamerika, Indonesien, Australien und Südafrika wieder. Dazwischen gibt es immer wieder Kurztrips nach Deutschland oder Frankreich, wo er mit Gelegenheitsjobs Sommersaison in Surfcamps seinen nächsten Trip finanziert. Das Leseerlebnis wird bestimmt von seinen Abenteuer, bärenstarken Wellen und dem Ritt mit dem Surfbrett und auf Partys, was folglich auch Schmutz, Dreck und immer wieder “weißen Schnee” nach sich zieht.

Boarderlines - Buchcover

Man muss wohl nicht zwingend selbst Surfer sein, um zu verstehen, warum man sich in immer größeren Wellen und Gefahren aussetzt, oftmals dem Tode von der Schippe springt und ums blanke Überleben kämpft! Seine Abenteuer in Neuseeland sind keineswegs eine Lesefreude für Vegetarier, da mit passabler Präzision das Töten von Tieren mit Harpune, mit Schusswaffen usw. beschrieben wird. Interessant dabei, dass er dort für einige Zeit selbst zum Vegetarier wird, auch wenn er sich zunächst an diesen „grausamen Gemetzel“ beteiligt.

Fazit Boarderlines

Backpacker und Individualreisende werden sich in seinen Erlebnissen und Beschreibungen zum Teil wiederfinden und alle anderen, die gern adrenalinhaltige Berichte lesen, werden auch ihre Freude daran haben. Ein paar Englisch-Kenntnisse werden vorausgesetzt, da ein Teil der Unterhaltungen in Originalsprache ohne Übersetzung abgedruckt wurde. Das Inhaltsverzeichnis stimmt in der vorliegenden 2. Auflage von Boarderlines nicht immer mit den Seiten oder mit den Überschriften des Textes (oder auf den Seiten) überein, aber das dürfte für das Durchlesen relativ unwichtig sein 😉 Zudem soll dieser kleine Fehler in den aktuellen Auflage korrigiert sein.

Fazit: Nach 10 Jahren lassen ihn Monsterwellen in Indonesien, die ihm fast das Leben kosten, umdenken und er bewirbt sich per Internet für eine Ausbildung zum Berufsschullehrer in Deutschland. Er erhält eine Zusage und das Buch endet mit dem Beginn „Abenteuer Deutschland“. Dem Leser stellt sich Frage, ob nachdem das Meer und Surfen so dominant aufgetreten sind, er diesen einfach den Rücken kehren kann …

Bestseller Nr. 1
Boarderlines
  • Andreas Brendt
  • Herausgeber: CONBOOK
  • Auflage Nr. 7 (15.02.2017)
  • Taschenbuch: 416 Seiten

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