Zuletzt aktualisiert:
Das Ebola-Virus ist eine ernstzunehmende Infektionskrankheit, die in den Medien immer wieder für Aufmerksamkeit sorgt. Die Krankheit, die durch das Ebola-Virus ausgelöst wird, verläuft oft tödlich und ist primär in Westafrika verbreitet. Da bisher keine spezifische Heilmethode existiert, löst das Virus bei vielen Reisenden Bedenken aus, was sich auf Reiseentscheidungen für afrikanische Regionen auswirken kann.
Welchen Einfluss hat das Ebola-Virus auf den Tourismus?
Die Besorgnis der Reisenden bezüglich afrikanischer Regionen hat in der Vergangenheit zugenommen, wobei jede neue Meldung in den Medien die Aufmerksamkeit verstärkt. Laut dem Generalsekretär der Welttourismusorganisation (UNWTO), Taleb Rifai, gab es zeitweise Auswirkungen auf den weltweiten Tourismus. Der Anteil Afrikas am globalen Tourismus liegt insgesamt bei etwa 5 %. Die ursprünglich am stärksten betroffenen Staaten waren Sierra Leone, Liberia und Guinea. Ein anfänglich starker Trend zur Stornierung aller Reisen nach Afrika hat sich jedoch wieder relativiert. Lediglich ein Rückgang der Nachfrage für Gambia und Senegal war deutlicher zu beobachten. Für das östliche, nördliche und südliche Afrika waren zu dieser Zeit keine Veränderungen in der Nachfrage erkennbar.
Ist es sinnvoll, Reisen nach Afrika aufgrund von Ebola zu meiden?
Vor allem Westafrika war in der Vergangenheit von Ebola-Ausbrüchen betroffen. Alle 54 Staaten Afrikas haben ihre Einreise- und Gesundheitsbestimmungen verschärft. Das Ebola-Virus verbreitet sich primär durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von infizierten Personen, was die Ausbreitung geografisch eingrenzt. Da Afrika ein sehr großer Kontinent ist, liegen europäische Länder teils näher an betroffenen afrikanischen Staaten als andere afrikanische Regionen selbst.
Beispielsweise befindet sich Tunesien näher an Italien als an Guinea. Aus dieser Perspektive erscheint es fragwürdig, ob es ratsam ist, den Süden, Norden oder Osten Afrikas pauschal zu meiden. Es gab bisher keine bekannten Ebola-Fälle in südlichen oder östlichen afrikanischen Ländern, darunter Tansania, Namibia, Kenia, Sambia, Simbabwe, Malawi und Botswana.
Welche Sicherheitsvorkehrungen wurden getroffen?
Die 54 Staaten Afrikas haben strenge Einreise- und Gesundheitsbestimmungen eingeführt, um die Ausbreitung von Krankheiten einzudämmen. Auch im Flugverkehr wurden alle Reisenden aus ehemals betroffenen Regionen genauen Untersuchungen unterzogen. Zudem waren die Crews aus den entsprechenden Staaten verpflichtet, sich gründlichen Kontrollen zu unterziehen.
Die Ansteckungsgefahr von bereits erkrankten Personen im Flugzeug wird als sehr gering eingestuft, da Ebola über Körperflüssigkeiten übertragen wird und nicht über die Luft. Selbst wenn eine infizierte Person auf einem Flugzeugsitz Platz genommen hat, ist eine Ansteckung für nachfolgende Passagiere unwahrscheinlich.
Wo finden außerhalb Afrikas Flughafenkontrollen statt?
Im Kampf gegen Ebola reagierten Länder außerhalb Afrikas unterschiedlich auf Vorsichtsmaßnahmen an Flughäfen. Laut der Nachrichtenagentur dpa wurden Reisende aus betroffenen Gebieten mit Befragungen, Wärmebildkameras und Fiebermessungen untersucht. Obwohl es gelegentlich Verdachtsmomente gab, wurde kein Ebola-Fall außerhalb der betroffenen Regionen bestätigt. Eine Herausforderung stellt die Inkubationszeit dar, der Zeitraum zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch, die beim Ebola-Virus bis zu drei Wochen betragen kann. Die folgende Übersicht zeigt die damals durchgeführten Flughafenkontrollen in verschiedenen Ländern:
| Australien | keine Infos über Kontrollen von Passagieren | gegenwärtig kein Visa für Menschen aus Guinea, Liberia und Sierra Leone |
| Deutschland | gegenwärtig keine Kontrollen von Passagieren | kein Einreiseverbot aus betroffenen, afrikanischen Ländern |
| Belgien | Reisende aus Ebola-Gebieten müssen Körpertemperatur messen lassen | ca. 1.000 Passagiere pro Woche geprüft |
| Bulgarien | Wärme-Scanner auf internationalem Flughafen von Sofia | bei über 38 Grad Körpertemperatur isolierte Untersuchung |
| Frankreich | alle Passagiere aus Seuchengebieten werden kontrolliert | bisher kein Meldungen zu Verdachtsfällen |
| Griechenland | Kontrollen aller Passagieren aus Krisengebieten | Kapitäne von Handelsschiffen müssen Stopp-Daten mitteilen |
| Großbritannien | Kontrollen bisher nur in Heathrow und der Gatwick Airport | die Flughäfen Manchester und Birmingham sollen folgen |
| Indien | Messung der Körpertemperatur bei allen Reisenden aus Westafrika | Kontrollen an 18 internationalen Flughäfen und Häfen |
| Kanada | keine Infos über Kontrollen von Passagieren | Passagiere unterziehen sich bei Ankunft Unterfragungen |
| Karibik | einzig in der Dominikanischen Republik werden Kontrollen durchgeführt | Passagiere unterziehen sich bei Ankunft Unterfragungen |
| Mexiko + Mittelamerika | Wärmebildkameras in Mexiko-Stadt, Honduras, Nicaragua und Panama | keine Direktflüge nach Westafrika |
| USA | Kontrollen auf diesen 5 Flughäfen: John F. Kennedy in New York, Newark, Washington Dulles, Chicago und Atlanta | ärztliche Untersuchung in einer Isolierzone |
| Tschechien | Passagiere füllen bei Ankunft Datenblatt mit Reiseinformationen aus | ärztliche Untersuchung bei Anreise aus Ebola-Gebieten |
| skandinavische Länder | keine Einreisebeschränkungen, keine Ebola-Checks an Flughäfen | Finnland, Norwegen, Schweden und Dänemark |
| Südamerika | nur wenig Direktflüge, verschärfte Sicherheitsmaßnahmen in | Brasilien, Argentinien, Uruguay, Paraguay, Bolivien, Chile, Ecuador und Kolumbien |
Die weltweiten Bemühungen zur Überwachung und Eindämmung von Ebola sind darauf ausgelegt, die Sicherheit von Reisenden zu gewährleisten. Für aktuelle Reisehinweise empfiehlt es sich, stets die Informationen des Auswärtigen Amtes oder vergleichbarer offizieller Stellen zu prüfen, um fundierte Reiseentscheidungen zu treffen.
Jetzt tolle Reisen nach Afrika finden!
Häufige Fragen zu Reisen und Ebola
In welchen afrikanischen Ländern kam Ebola hauptsächlich vor?
Ebola war primär in Westafrika verbreitet, wobei die Länder Sierra Leone, Liberia und Guinea am stärksten betroffen waren.
Beeinflusst Ebola den gesamten afrikanischen Kontinent als Reiseziel?
Nein, der afrikanische Kontinent ist sehr groß, und die betroffenen Gebiete konzentrierten sich hauptsächlich auf Westafrika. Für Länder im Süden, Norden oder Osten Afrikas gab es keine bekannten Ebola-Fälle oder Beeinträchtigungen im Tourismus.
Welche Sicherheitsmaßnahmen wurden für Reisende ergriffen?
Die afrikanischen Staaten haben strenge Einreise- und Gesundheitsbestimmungen eingeführt. Zudem wurden Reisende aus betroffenen Regionen und auch Flugzeugcrews genauen Untersuchungen unterzogen.
Ist die Ansteckungsgefahr im Flugzeug bei einem Ebola-Fall hoch?
Die Ansteckungsgefahr im Flugzeug wird als sehr gering eingestuft. Ebola wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen, nicht über die Luft.
Wie lange dauert die Inkubationszeit bei Ebola?
Die Inkubationszeit, also der Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit, kann beim Ebola-Virus bis zu drei Wochen dauern.